Erfahrungen mit Praktikawelten von Sabine – Freiwilligenarbeit in Guatemala

Posted on April 29th, 2010 in Erfahrungsberichte by Julia

Sabine M. hat zehn Monate Freiwilligenarbeit im Bereich Sozialarbeit mit Kindern in Guatemala geleistet. Hier ist ihr Erfahrungsbericht:

„Vor meinem Abflug hatte ich keine besonderen Erwartungen. Da dieser Aufenthalt der erste für mich in Guatemala und Zentralamerika war habe ich alles auf mich zukommen lassen und bin bewusst “erwartungsfrei” in dieses Abenteuer eingestiegen. Ich war vor meiner Abreise nicht nervös, das lag auch daran, dass ich durch die Mitarbeiter von Praktikawelten gut auf die Reise vorbereitet und begleitet wurde.

Die Zeit in meinem Projekt war sehr schön, aber anders, als ich dachte. Die Arbeit mit den Kindern hat sehr viel Spaß gemacht. Die Kinder sind offen, sehr neugierig und leicht zu motivieren. Leider hatte ich den Eindruck, dass die Mitarbeiter, also die Hausfamilie des Kindergartens nicht besonders viel mit den Freiwilligen spricht und nicht besonders an ihnen interessiert ist. Dies liegt an den Sprachhemmnissen und führt dazu, dass man sich mehr mit den anderen Freiwilligen unterhält, was aber für die Sprachpraxis nicht besonders förderlich ist.

Das Schönste und Spannendste an meinem Aufenthalt war aber auch, dass ich so viele Menschen aus allen Teilen der Welt kennengelernt und viele neue Freundschaften geschlossen habe.

Die Freundlichkeit und Offenheit der Einheimischen fand ich bewundernswert. Ich denke, dass wir eine Menge von den Menschen dort lernen können.

Mein typischer Tagablauf im Kindergarten sah ca. so aus:

- 7 Uhr Frühstück in der Gastfamilie

- mit dem “Chickenbus” zum Kindergarten nach Jocotenango

- 8 Uhr Arbeitsbeginn

- Frühstück mit den Kindern

- aufräumen und Zähneputzen (soweit Zahnbürsten und Zahnpasta vorhanden waren)

- Die kleineren Kinder betreuen, während die Maestra mit den größeren schulvorbereitende Aufgaben gemacht hat.

- 10 Uhr Zwischenmalzeit (Früchte)

- anschließend Gruppenspiele oder Basteln

- 12 Uhr Mittag

- gemeinsames Abräumen, waschen und Zähneputzen

- 13 Uhr Mittagsschlaf

Wir Freiwilligen haben i.d.R. bis 13:00 und z.T. auch nachmittags gearbeitet.

Meiner Erfahrung nach werden die Freiwilligen manchmal nur als “Geldgeber” betrachtet nach dem Motto: Wir können leider den Kindergeburtstag, Weihnachtsfeier nicht ausrichten, wenn du die Geschenke etc. nicht kaufst… Bei solchen Anfragen rate ich anderen Freiwilligen, sich immer an die Leitung, bzw. an die Organisation zu wenden und solche Dinge abzusprechen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Organisation über solche “Spendenanfragen” von den Hausfamilien gar nicht informiert ist. Ich hatte zu Beginn viele Sachen, insbesondere Hygieneartikel, für den Kindergarten eingekauft, wovon ein großer Teil einfach verschwunden ist. Wenn man etwas Spenden möchte, rate ich, dies immer in Absprache mit der Leitung zu machen. Die gekauften Dinge werden dann registriert und man kann eine Spendenquittung erhalten.

Das Team vor Ort hat da echt geholfen. Als Koordinatorin und Ansprechpartnerin hat Praktikawelten eine sehr kompetente Mitarbeiterin, die die Freiwilligen mit Humor und Sachverstand in eine neue Welt begleitet.

Ich habe nach drei Monaten die Gastfamilie gewechselt und war anschließen 7 Monate in meiner zweiten Gastfamilie. Beide Gastfamilien waren sehr nett. In meiner zweiten Gastfamilie hat sich zudem ein sehr freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Wir stehen auch heute noch in Kontakt.

In der Freizeit haben wir auch einiges unternommen:

-Wochenend- und Ferientouren zu Sehenswürdigkeiten in Guatemala und den anderen Ländern Zentralamerikas.

- Spielabende in der Familie

- Kneipenbesuche mit Freuden, Kino etc.

- Kulturelle Sehenswürdigkeiten

Alles in allem war der Aufenthalt richtig super! Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit für diesen Auslandaufenthalt hatte. Die erworbenen Sprachkenntnisse und der andere Blickwinkel auf die Dinge, den ich erhalten habe ist etwas, was mich jetzt, nach meiner Rückkehr und sicher auch in Zukunft stärken wird. Und wenn es mal wieder nicht so läuft wie geplant…dann warte ich halt auf den nächsten Chickenbus… ;-)

Zukünftigen Freiwilligen möchte ich mitgeben – denkt daran, dass ihr euch in einem Entwicklungsland befindet! Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von vielleicht 200,- bis 300,- Euro in Guatemala, finde ich es nicht besonders angebracht, häufige Shoppingtouren zu unternehmen und den Gastfamilien stolz die “Schnäppchen” unter die Nase zu halten mit den Worten: Das Teil war total billig, hat nur 40 Euro gekostet!

Ich würde mir wünschen, dass die “Freiwilligen” sich sensibel auf die Menschen und die Gegebenheiten einlassen und auch ihr Konsumverhalten anpassen. Dass sie sich bewusst machen, in welchem Land sie sich befinden.

Es fehlte an Hygienemitteln in den Einrichtungen. Ich hatte Schreibmaterial Spielsachen für die Kinder aus Deutschland mitgebracht. Diese und andere Sachen kann man aber auch dort kaufen und zudem wesentlich günstiger. Ich würde anderen Freiwilligen empfehlen nichts mitzubringen, sondern in die Projekte zu gehen, sich zu orientieren und dann evtl. vor Ort die notwendigen Dinge einzukaufen.“

Möchtest du auch einen Erfahrungsbericht über deinen Auslandsaufenthalt in Lateinamerika veröffentlichen? Schick ihn uns einfach per Email an info@freiwilligenarbeit-lateinamerika.de

Erfahrungsbericht mit Praktikawelten von Saskia – Freiwilligenarbeit in Argentinien

Posted on Juli 6th, 2009 in Allgemein,Erfahrungsberichte by Julia

Erfahrungsbericht von Saskia, sie hat fünf Monate Freiwilligenarbeit im Bereich Unterrichten und Sozialarbeit in Argentinien geleistet.

“Ich wusste nicht so wirklich, was in Argentinien auf mich warten sollte. Man macht sich vorher so seine Gedanken, stöbert durch einige Reiseführer und versucht sich ein Puzzle seiner “neuen Heimat auf Zeit” zusammen zu puzzeln. Ich war gespannt auf die Vielfältigkeit des Landes und die so oft gelobte Gastfreundlichkeit der Argentinier. Was meine Projekte betraf war ich am meisten auf das argentinische Schulsystem und deren “Regeln” gespannt. Bei der Arbeit im Heim hatte ich etwas Bedenken, dass die Kinder am Anfang etwas zurückhaltend sind und man nicht so genau weiß, wie man auf sie zugehen soll.

Ich hatte mir schon vorgestellt, dass das Schulsystem im Gegensatz zu Deutschland schon gravierend anders ist, aber ich fand es erschreckend, dass wirklich so gut wie keine Mittel des Staates für die Schulen da sind. In Deutschland wäre so etwas undenkbar, aber die argentinischen Lehrer müssen ihre Lehrbücher selbst schreiben und gestalten.

Meine Bedenken im Voraus waren jedoch in beiden Projekten unbegründet, denn die Kinder stürmen sofort auf einen zu, wollen auf den Arm genommen werden und alles über einen wissen, vor allem die wichtigste Frage “tenés un marido” -”hast du einen Ehemann”. Und das in einer Grundschule! J

Während meines Projektes in der Grundschule hatte ich eine Viertageswoche. In Argentinien ist die Grundschule nach „turnos“ unterteilt und so hatte ich zwei Tage die Woche vormittags und zwei Tage nachmittags Schule. Wenn ich nachmittags arbeiten musste, habe ich meistens etwas länger geschlafen und dann in Ruhe gefrühstückt und ein kleines Pläuschchen mit meinen Mitbewohnern gehalten, denn bei zehn Leuten ist immer jemand da J

Ansonsten haben wir nachmittags meistens etwas unternommen… in Argentinien wird einem nie langweilig J

Argentinien bietet eine Vielfältigkeit an verschiedenen Vegetationen wie man es glaube ich in fast keinem anderen Land erfahren und erleben kann. Jede freie Minute, die uns blieb, haben wir zum Erkunden des Landes genutzt, haben jede Himmelsrichtung bereist, sei es die Hauptstadt Buenos Aires mit dem berühmten Tango, Patagonien und das Whale-watching oder in den Süden nach Salta mit den grandiosen “salinas grandes” – der größten Salzwüste!

Ich würde jederzeit wieder diesen Schritt wagen, auch wenn ich kurz vor meinem Abflug noch dachte “Mensch, was machst du da eigentlich”! Aber meine Entscheidung, nach dem Abi erst einmal ins Ausland zu gehen, habe ich auf keinen Fall bereut, im Gegenteil, die sechs Monate vergingen viel zu schnell und ich wollte die Zeit immer etwas zurück drehen oder festhalten, damit sie nicht so schnell vergeht.”

Der Auslandsaufenthalt wurde von Praktikawelten organisiert.

Erfahrungsbericht von Sandra – Freiwilligenarbeit in Peru

Posted on Juli 6th, 2009 in Allgemein,Erfahrungsberichte by Julia

Sandra hat drei Monate Freiwilligenarbeit in Peru gearbeitet.

“Tipp: Morgens um 6:45 Uhr auf dem Machu Picchu und der Morgennebel lichtet sich und legt diese antike Stätte frei – magisch!

Ich habe die kompletten 3 Monate in einer sehr netten Gastfamilie gewohnt. Am Anfang waren sie sehr zurückhaltend und ihre Kinder (23 und 26 Jahre alt) haben sich fast gar nicht mit mir unterhalten. Nach ca. einem Monat hatten wir uns aber schon ganz gut angefreundet – die Peruaner brauchen eine lange Aufwärmphase bis sie Vertrauen haben. Gegen Ende wurde ich wie die Tochter der Familie behandelt, war bei Familienfesten mit dabei und der Abschied war sehr tränenreich. Auch im Kontakt mit Gleichaltrigen habe ich gute Freunde unter den Einheimischen gefunden. Aber wie gesagt, es dauert immer etwas.

An den Wochenenden und über die Feiertage bin ich auch viel verreist (Valley Sagrado mit Machu Picchu, Arequipa und Colca-Canyon, Titikakasee mit Inseln und Puno etc.). Langeweile kam definitiv nie auf…

Ich habe im Kontakt mit den Kindern meine Spanischkenntnisse verbessert, eine neue Kultur und ein anderes Schulsystem kennengelernt. Ich habe gelernt, eine große Gruppe von bis zu 20 Kindern und mehr zu bändigen und hausaufgabentechnisch zu betreuen. Und ich habe insbesondere Erfahrungen in der Betreuung von verhaltensgestörten Kindern gesammelt.

Meine schönsten und lustigsten Momente waren:

  • Ostereiermalen mit den Kindern im Waisenhaus – eine neue Erfahrung für sie, da sie keine Ostereier kannten und es war eine herrliche Schmiererei und ein großer Spaß.
  • Meine Abschiedsfeier mit den Kindern – es gab Fanta und Kuchen und für jeden als Abschiedsgeschenk eine Tiertasse mit Süßigkeiten. Die Freude der Kinder war für mich das Schönste.

Fazit: Der Auslandsaufenthalt war auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Die Lebenserfahrung und auch kulturelle Bereicherung möchte ich nicht missen, auch wenn es manchmal hart war (Wassermangel, keine heiße Dusche, etc.)”

Der Auslandsaufenthalt in Peru wurde organisiert von Praktikawelten.

Erfahrungen mit Praktikawelten von Anna – Freiwilligenarbeit Unterrichten in Indien

Posted on Februar 10th, 2009 in Allgemein,Erfahrungsberichte by admin

Anna 10 Wochen Freiwilligenarbeit im Unterrichten- Projekt in Indien geleistet. Hier ist ihr Erfahrungsbericht:

„Die Arbeit im Projekt war genau wie erwartet, es hat unheimlich viel Spaß gemacht mit den Kindern zu arbeiten. Ich habe in einer kleinen Schule direkt am Strand gearbeitet und die Kinder waren einfach toll. Schon als wir aus dem Auto ausstiegen, kamen sie uns entgegen gerannt und begrüßten uns.

Die schönsten Erfahrungen waren zum einen, in was für einer kurzen Zeit sich die tollsten Freundschaften entwickeln können und dass man wohl wirklich überall auf der Welt nette Leute finden kann. Zum anderen war es einfach fantastisch mit den Kindern zusammenzuarbeiten. Obwohl sie wirklich fast nichts besitzen gehen sie mit solch einer Freude und Herzlichkeit durchs Leben. Ich habe jeden Tag bei ihnen genossen und sie unheimlich lieb gewonnen.
Besonders schön ist es natürlich, wenn man sieht, dass ein Kind, dem so viel Unglück widerfahren ist, schallend lacht und einfach glücklich ist- und wenn man selbst dann auch noch etwas dazu beigetragen hat.

Die Wochenenden haben wir meist genutzt um Ausflüge zu machen und Goa ein bisschen zu erkunden. Wir waren in Goas Hauptstadt Panaji, wo man klasse shoppen kann, haben uns die zweithöchsten Wasserfälle Indiens angesehen, sind auf Elefanten geritten, haben an Kochkursen teilgenommen und einige andere interessante Sachen gemacht. Manchmal sind wir auch einfach nur “daheim” geblieben und haben unser Wochenende am Strand verbracht. Dort haben wir den Fischern beim einholen ihrer Netze zugeschaut, sind schwimmen gegangen und haben uns ein wenig mit den Einheimischen unterhalten. Es war schön etwas zusammen mit den anderen Freiwilligen zu unternehmen und wir hatten immer viel Spaß.

Ich bin sehr froh, mich für diesen Aufenthalt entschieden zu haben. In der Zeit in Indien habe ich nicht nur viel über die Inder und ihre Kultur gelernt, sondern auch über mich selbst. Außerdem habe ich dort zum ersten Mal wahre Armut kennen gelernt. Jetzt weiß ich nicht nur mehr zu schätzen, was ich hier in Deutschland habe, sondern ich möchte mich auch weiterhin dafür einsetzen, Menschen in Armut zu helfen. Es war in jeglicher Hinsicht eine tolle und interessante Erfahrung.“

Mehr Informationen über den Freiwilligendienst in Indien findest Du hier.